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Zertifizierung / Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement, Abkürzung: QM

Qualitätsmanagement – was ist das?

Das Qualitätsmanagement (QM) ist ein Teilbereich des funktionalen Managements mit dem Ziel die Optimierung von Arbeitsabläufen oder von Geschäftsprozessen unter der Berücksichtigung von materiellen und zeitlichen Kontingenten sowie der Qualitätserhalt von Produkten bzw. Dienstleistungen und deren Weiterentwicklung. Hierbei von Belang sind etwa die Optimierung von Kommunikationsstrukturen, professionelle Lösungsstrategien, die Erhaltung oder Steigerung der Zufriedenheit von Kunden, Klienten oder Patienten sowie der Motivation der Belegschaft, die Standardisierungen bestimmter Handlungs- und Arbeitsprozesse, Normen für Produkte oder Leistungen, Dokumentationen, Berufliche Weiterbildung, Ausstattung und Gestaltung von Arbeitsräumen.
QM soll sicherstellen, dass Qualitätsbelange in der Unternehmensführung den ihnen gebührenden Platz einnehmen. Qualität bezieht sich dabei sowohl auf die vermarkteten Produkte und Dienstleistungen als auch auf die internen Prozesse des Unternehmens und ist definiert als das Maß, in dem das betrachtete Produkt oder der betrachtete Prozess den Anforderungen genügt. Diese Anforderungen können explizit definiert sein, sie können aber auch implizit vorausgesetzt werden (Erwartungen). Qualität ist das Ausmaß an Übereinstimmung von Anforderungen (explizit formuliert) und Erwartungen (nicht explizit formuliert). Im Laufe der Zeit werden dann die Anforderungen zu Erwartungen.
Viele Qualitätsmanagementsysteme unternehmen auch den Versuch, die Managementprozesse eines Unternehmens objektiv bewertbar zu machen. (Def.: aus Wikipedia)
Qualitätsmanagement ist ein systematischer Weg sicherzustellen, dass Aktivitäten so stattfinden, wie sie geplant sind. Es geht darum, Probleme von Anfang an zu vermeiden, in dem man die Einstellung und die Methoden etabliert, die eine Vermeidung möglich machen. (Crosby 1979)

 


QM in der Arztpraxis – warum?

In der freien Wirtschaft kennt man schon lange das QM und die Zertifizierung, seit etlichen Jahren hat sie auch das Gesundheitssystem erreicht. Der Beschluß der 72. Gesundheitsministerkonferenz der Länder 1999, auch niedergelassene Ärzte zur Einführung eines Qualitätsmanagements zu verpflichten, wurde durch das Gesundheitsreformgesetz 2000 und das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG), das am 01.01.2004 in Kraft getreten ist, in Recht und Gesetz umgesetzt (siehe auch §§ 135ff, SGB V, das SGB V als pdf-Datei, 200 Seiten, finden Sie hier). Im § 20 Abs. 1 SGB IX ist die Verpflichtung zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Rehabilitationsleistungen und die Durchführung vergleichender Qualitätsanalysen als Grundlage für ein effektives Qualitätsmanagement der Leistungserbringer gesetzlich verankert.
Es reicht eben heute nicht mehr einfach zu sagen „wer heilt hat Recht“, man muss auch beweisen warum.
Welche Modelle des Qualitätsmanagements im ärztlichen Gesundheitswesen eingesetzt werden ist allerdings noch nicht endgültig geregelt. Dementsprechend existiert eine Vielzahl von Modellen und eine entsprechende Unsicherheit, welche dieser Modelle geeignet sind.

Das ärztliche Gesundheitswesen kann vereinfachend in drei Kategorien eingeteilt werden:

– niedergelassene und ambulant operierende Ärzte
– Krankenhäuser mit Voll- bzw.Teilversorgung
– Rehabilitionseinrichtungen

Modelle, die in allen Kategorien vertreten sind, sind die DIN EN ISO 9001:2015 und das Excellence Modell der EFQM (European Foundation of Quality Management). Für den Krankenhausbereich hat sich das KTQ-Modell (Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus) als wichtiges Modell herauskristallisiert. Für den niedergelassenen Bereich haben sich mittlerweile eine Vielzahl an Modellen als durchführbar und praktikabel erwiesen (ISO 9001, EFQM, KTQ, KPQM, qu.no, QEP).

Arztpraxen (vorallem Facharztpraxen) sind Dienstleistungsunternehmen. Große Gemeinschaftspraxen sind wirtschaftlich als mittelständige Unternehmen zu betrachten und wie diese bedürfen auch sie eines Qualitätsmanagements.

 


QM – eine Erfindung der Neuzeit?

Nein, durchaus nicht. Schon um 1900 wird der Begriff der Qualitätskontrolle einfgeführt.

 


QM – hat man einen finanziellen Nutzen?

Kein Mensch und auch kein Kostenträger bezahlen Ihnen für die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems sowie für den Erwerb eines Zertifikates allein auch nur einen Eurocent mehr. Im Gegenteil: Ohne QM wird das Geldverdienen zunehmend schwerer werden. Deshalb gibt es zur Einführung eines Qualitätsmanagementsystems keine wirkliche Alternative, solange die Praxis von Kostenträgern des öffentlichen Gesundheitswesens abhängt. Die Durchführung eines Qualitätsmanagementsystems mit anschließender Zertifizierung kostet vorallem Zeit und jede Menge Geld. Ob sie einen finanziellen Nutzen bringt, ist umstritten.

 


Zertifizierung – was ist das?

Zertifizierung ist das Ergebnis eines Verfahrens, bei dem einem Unternehmen bestätigt wird, dass es über ein Qualitätsmanagement-System verfügt, das den entsprechenden Normen entspricht.
Als Zertifizierung bezeichnet man man die Bestätigung der Abläufe auf Normenkonformität durch eine unabhängige akkreditierte Zertifizierungsgesellschaft.

Durch das dabei erlangte Zertifikat bestätigt die Organisation die Einhaltung der Normenvorgaben gegenüber Kunden, Patienten, der Öffentlichkeit und den Mitarbeitern. Der Nachweis eines Zertifikates nach ISO 9001, ISO 14001 wird immer mehr Bedingung für ein Kunden-Lieferanten-Verhältnis in der internationalen Wirtschaft. Der Lieferant erlangt dadurch einen Vertrauensvorschuss in die Qualitätsfähigkeit (ISO 9001) und die Umweltleistung / Rechtskonformität (ISO 14001) seiner internen Abläufe.
Mit anderen Worten: der Patient soll wissen, dass er „State of the art“ behandelt wird, also keiner Scharlatanerie aufsitzt. Eine zertifizierte Arztpraxis bedeutet für Sie als Patient zumindest, dass Sie nach den aktuellen Standards dieses Landes behandelt werden, d.h. aber nicht, dass nicht zertifizierte Praxen diesen Standard nicht bieten. Deutschland’s Praxen stehen noch am Beginn der Qualifizierung… .

 


QM – Vor- und Nachteile

Zertifikat nach DIN EN ISO 9001:2015

Als Patient fragen Sie sich sicherlich zurecht was Ihnen eine zertifizierte Praxis denn überhaupt nützt. Wie bereits oben erwähnt sind Arztpraxen heutzutage kleine bis mittelgroße Unternehmen. Was erwarten Sie von Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin? Wahrscheinlich das gleiche wie von Ihrem Bäcker oder Ihrem Metzger, nämlich die Einhaltung bestimmter Hygienstandards und eine gewisse gleichbleibende Qualität.

Vorteile der Praxis:

  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
  • effizientere/ ökonomischere Praxisführung
  • Darstellung der eigenen Leistung nach Außen
  • Zukunftssicherung (z.B. BASEL 2, juristische Absicherungen/ Vorgaben)
  • regelt Arbeitsabläufe ( Prozesse ) immer wiederkehrende Probleme können so eliminiert werden / das Arbeitsergebnis hängt nicht mehr so sehr von den ausführenden Personen (bzw. Tagesformen oder gar Zufall) ab;
  • schnellere Einarbeitung neuer Mitarbeiter
  • führt zur Reduzierung von Fehlern
  • fördert die Mitarbeiter- und Patientenzufriedenheit

 

 

Vorteile für den Patienten:

  • Einhaltung von Gesetzen und Reformen
  • Anwendung neuester Erkenntnisse
  • Sicherung der Qualität
  • bessere Medizin

Nachteile:

Nachteile für ein QM und eine anschließende Zertifizierung ergeben sich ausschließlich für den Praxisbetreiber und diese sind eigentlich nur finanzieller Natur. Eine Zertifizierung kostet in erster Linie Zeit und Geld. Für den Patienten ergeben sich dagegen nur Vorteile.

Unsere Praxis ist seit Jahren nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert und unterzieht sich regelmäßigen Rezertifizierungen. Selbstverständlich haben wir uns auch der seit September 2015 neuen DIN EN ISO 9001:2015 Zertifizierung unterzogen.

Fotos: ©Esidoxia AG und ©DOC RABE Media@Fotolia

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