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Ein Bericht von Frau Claudia Ehlers – Orthoptistin – aus Uganda

Wo stecke ich jetzt?

Ich habe die „Augen“ nicht an den Nagel gehängt. Ich habe „nur“ den Ort gewechselt. Ich wohne, lebe und arbeite jetzt seit 2003 in der „Perle Afrikas“. Uganda ist ein beeindruckend grünes Land, bekannt für seine unzähligen Bananen…

Was mache ich jetzt?

Augenfacharbeiter werden in Uganda gebraucht. Denn Sehbehinderte finden nur schwer adäquate Hilfe. Es gibt zwar viele verschiedene Augenspezialisten von Augenärzten über Ophthalmic Clinical-Officer, Ophthalmic-Assistant, Refraktionisten, aber für die Sehbehinderten gibt es außer mir nur einen weiteren Spezialisten im ganzen Land….Von daher gibt es viel zu tun.

Abendstimmung in Uganda

 

Claudia Ehlers – Orthopistin –

Einige Arbeitsbereiche
Ich arbeite am Patienten, untersuche ihn, verkaufe vergrößernde Sehhilfen (die dann des öfteren bezuschußt oder sogar ganz gesponsort werden müssen), gebe Tipps, bilde meine Kollegen fort, sensitiziere Augenärzte und anderes Fachpersonal, gehe an Blindenschulen, zu Ministerien, anderen Hilfsorganisationen… Mein Beruf ist zwar nach wie vor Orthoptistin, aber ich arbeite mehr als Spezialist im Low-Vision-Bereich, bin Managerin, Adminstratorin, Lehrerin, Fahrerin, und, und, und. Es ist eine Arbeitsvielfalt, die ich mir nie erträumt hätte. – Und die ich mir nie zugetraut hätte. Von daher bin ich froh, dass ich nicht wusste, was mich in Uganda alles erwarten würde! Denn ansonsten hätte ich meinem jetzigen Arbeitgeber, der Christoffel-Blindenmission, gesagt, sie müssten sich jemand anders suchen.

 

Gehen die Uhren in Afrika anders?
Schade, dass der Tag hier nur 24 Stunden hat. Wer sagt, die Uhren gingen in Afrika anders, dem gebe ich recht. Die Zeit rast mir förmlich nur durch die Finger… Ich kann kaum glauben, dass ich schon seit über zwei Jahren hier bin.

Was beeindruckt mich am meisten?
Uganda ist eines der ärmsten Länder der Welt. Aber es ist schön und fruchtbar. Nie habe ich so viel leckeres Obst und frisches Gemüse genossen. Die Schwarzen imponieren mir sehr, denn sie bestechen durch ihre Freundlichkeit und ihre Herzlichkeit. Es ist eine Freude mit ihnen zusammen zu leben, mit ihnen zu arbeiten, von ihnen zu lernen und sie am eigenen Wissen teilhaben zu lassen.

Was schmerzt mich am meisten?
Da schmerzt es um so mehr, häufig mit der Armut konfrontriert zu werden. Wenngleich es genug zu essen gibt und keiner, der fleißig Samen in die Erde setzt, hungern muss, ist Bargeld Mangelware. Deswegen können Krankheiten vielfach nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Oder sie werden aufgrund mangelnder Schulbildung und Glauben an Heiler falsch „therapiert“ – was gerade in Bezug auf das Sehen im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen kann …und deswegen werde ich hier gebraucht!

 

Einiges einfach schockierend

Eine Situation, die mich besonders schockiert, ist die Ausstattung an den Blindenschulen. Die Kinder werden vernachlässigt. Sie können im wahrsten Sinne des Wortes glücklich sein, wenn sie ein wasserdichtes Dach über dem Kopf und genug Essen auf dem Teller haben. Hilfsmittel, die in Deutschland jedes sehbehinderte Kind bekommen würde, sind hier Mangelware. Zum Teil, weil wir zu zweit uns nicht um alle 25.000 Kinder (+ 865.000 Erwachsene – Blinde schon ausgenommen!) kümmern können, zum anderen, weil es einige Hilfmittel nicht gibt und andere nicht erschwinglich sind. Dabei können viele von den Kindern hier mit einigen einfachen Hilfsmitteln Schwarzschrift lernen, so aber werden sie zum Teil angehalten die Blindenschrift mit den Augen zu lesen… Wer das kann, wird um so eher Schwarzschrift lernen können…

 

Mag jemand von Ihnen / Euch helfen? – Sachspenden gesucht!
Einige von den Hilfsmitteln liegen wahrscheinlich bei Euch im Keller oder auf dem Dachboden, sie verstauben und warten darauf entsorgt zu werden. Ich denke dabei insbesondere an ältere Computer incl. Bildschirm, Laptops, manuelle Schreibmaschinen, Kassettenrecorder, und Bildschirmlesegeräte. – Bevor sie weiter bei euch lagern, wäre es da nicht sinnvoller zu testen, ob die Maschinen noch funktionstüchtig sind und – wenn ja – Hans-Detlef Schmidt 0208-432638 oder 0175- 7612062 anzurufen oder Hans-Detlef.Schmidt@t-online.de anzumailen, der eine Sammlung in Deutschland für „mich“ organisiert?

 

 

Mag jemand von Ihnen / Euch helfen? – Geldspenden gesucht!

Wer durch den Bericht angesprochen ist, aber leider keine Sachspende hat, der kann gerne für die Arbeit beten – oder auch Geld auf das Konto meines Arbeitgebers, der Christoffel Blindenmission überweisen:
CBM-Deutschland
Kontonummer 50 50 505
BLZ 509 500 68
Spendenzweck:
Low Vision Ruharo Eye Project P 867

 

Hat jemand weitere Fragen?
Für Fragen könnt ihr euch gerne direkt per mail an mich wenden:
c.ehlers@gmx.de

Vielen Dank fürs Lesen und eure Unterstützung!

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