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Sehschule

Die Sehschule – Orthoptik –

Was ist Orthoptik ?

Unter Orthoptik versteht man Einrichtungen an Universitäts-Augenkliniken, an Krankenhäusern, in Augenarztpraxen und in Sondereinrichtungen, in denen Orthoptistinnen / Orthoptisten in Zusammenarbeit mit Augenärzten Bewegungsstörungen der Augen, wie z.B. Schielen mit und ohne Doppelbilder, Augenzittern, Sehschwächen und alle damit zusammenhängenden Krankheitsbilder untersuchen und behandeln.

An einigen Universitäts-Augenkliniken sind spezielle abteilungen für die Schielbehandlung (Strabismologie und Neuroophthalmologie) und für die Lehre und Forschung auf diesem Gebiet eingerichtet. Manchen dieser Kliniken ist auch eine Ausbildungsstätte für Orthoptistinnen angegliedert.


Was sind Orthoptistinnen ?

Unsere Orthoptistin Frau Gabriele Hoffmann

Der Beruf der Orthoptistin umfasst eine 3-jährige Ausbildung mit staatlicher Anerkennung und gehört zur Gruppe der medizinischen Fachberufe im Gesundheitswesen.

Aufgaben einer Orthoptistin:

  • Verhütung (Prävention)
  • Erkennung und Benennung der Erkrankung (Diagnose)
  • Behandlung (Therapie) von Schielerkrankungen (Strabismus), Sehschwächen (Amblyopie) und des Augenzitterns (Nystagmus) sowie deren Folgen.

Für die verschiedenen Schielerkrankungen stehen der Orthoptistin unterschiedliche Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (Orthoptik und Pleoptik) zur Verfügung. Sowohl Kinder als auch Erwachsene, die an Schielen erkrankt sind, kommen in die Orthoptik.

Mehr hierzu finden Sie unter: http://www.orthoptistinnen.de

 

 

 


Ursache der Schielens

Kindliches Schielen kann bei familiärer Veranlagung, durch Risikofaktoren während der Schwangerschaft und Geburt, bei allgemeiner Schwächung des Körpers (z.B. bei Infektionskrankheiten) oder durch Fehlen der notwendigen Brille auftreten. Auch organische Augenveränderungen, wie z.B. Linsentrübung oder Verletzungen, können Schielen hervorrufen.

Das kindliche Schielen kann bereits kurz nach der Geburt auffällig werden, aber auch erst im Laufe der ersten Lebensjahre auftreten. Das Sehen und die Zusammenarbeit beider Aufgen entwickeln sich erst in den ersten Lebensmonaten, sind allerdings bis zum Alter von ca. 8 Jahren noch verstärkt störungsanfällig.

Plötzliches Schielen bei Erwachsenen, häufig begleitet von Doppeltsehen, entsteht z.B. durch Augenmuskellähmungen oder die Manifestation eines vorher bestehenden verborgenen (latenten) Schielens.

Auch nimmt die Zahl der Patienten mit belastungsabhängigen Störungen im beidäugigen Sehen deutlich zu, was auf die wachsenden Anforderungen an das Sehen (z.B. in der Schule oder bei der Arbeit am Bildschirm) zurückzuführen ist. Diese Störungen machen sich z.B. durch Kopfschmerzen, Lesestörungen, schnelles Ermüden der Augen, Konzentrationsschwäche usw. bemerkbar.

Alarmzeichen:

  • Schielen
  • Augenzittern
  • Schiefhalten des Kopfes
  • Vorbeigreifen
  • Ungeschicklichkeiten (Stolpern, Anstoßen)
  • häufiges Blinzeln, Zwinkern, Zukneifen der Augen
  • Lesen „mit der Nase“
  • Lesestörungen
  • Unlust am Lesen
  • Konzentrationsprobleme
  • Klagen über Doppelbilder, Kopfschmerzen, Augenbrennen, Verschwommensehen

 


„Warum ich ein Auge zuklebe“

Moritz und die Augenpflaster

Heute war ich wieder beim Augenarzt. Dort durfte ich in die Sehschule. Als erstes hat die Orthoptistin meine neue, bunte Brille bestaunt, die so gut zu mir passt. Sie war ganz begeistert. Nachdem sie überprüft hat, ob die Gläser in der Brille richtig sind, durfte ich mit ihr das Spiel mit den E’s spielen. Sie klebte mir zuerst das linke Auge zu und dann zeigte ich ihr die E’s. Komisch mit beiden Augen konnte ich sie besser sehen. Die Frau stellte fest, dass ich schon besser als ohne Brille gesehen habe. Dann klebte sie das rechte Auge zu. Ups, das ist ja viel deutlicher zu sehen, dachte ich. Und diesmal konnte ich sogar die ganz kleinen E’ s erkennen. „Du kannst mit Deinem linken Auge ja 100% sehen“, stellte die Orthoptistin fest. „Siehst du mit deinem rechten Auge wirklich schlechter als mit deinem linken Auge?“ fragte sie und klebte erneut mein linkes Auge zu. Und wieder konnte ich nur die großen Tische erkennen. „Dann lassen wir das Pflaster am besten gleich drauf“ ordnete die Orthoptistin an. „Denn Du musst mit deinem rechten Auge sehen lernen. Jeden Tag musst du ……….Stunden dein linkes Auge zukleben, dann wird das rechte Auge genauso gut sehen lernen wie das linke.“

Sie hat mir ein Rezept für 100 Pflaster mitgegeben. Die Pflaster habe ich in der Apotheke bekommen. Und in der Packung sind ganz tolle Rubbelbilder / Aufkleber drin. Die darf ich immer auf die Pflaster machen, hat Mama gesagt. Aber weil ich ohne Pflaster besser sehen kann, will ich die Pflaster nicht. Es ist alles verschwommen, die Farben sind nicht klar, ich kriege nicht mit, was von der Seite kommt und ich verschütte dauernd meinen Kakao. Deswegen erklärt Mutti mir erneut, warum ich das Pflaster tragen muß: Das gute Auge muß zugeklebt werden, damit das schlechtere Auge wieder sehen lernt. Und Mama liest mir das Buch „Moritz und die Augenpflaster“ vor, das sie für mich gekauft hat. Jetzt hab‘ ich verstanden, warum ich ein Auge zukleben muß. Und ich will versuchen, mit meinem schlechten Auge genau so schnell wieder sehen zu lernen wie Moritz. Deswegen trainiere ich fleißig jeden Tag und klebe das Pflaster auf mein gutes Auge.

Im Kindergarten lästerten die anderen Kinder über mein Pflaster. Ich fand das echt gemein. Heulend rannte ich zur Kindergärtnerin. Aber die wusste auch, warum ich das Auge zukleben muß. Denn sie hat das Buch „Knut in der Sehschule“. Das las sie uns vor. Und dann spielten wir das Spiel, das darin beschrieben ist: Jeder hat sich ein Auge verbunden und wir haben Fangen gespielt, das war ein Spaß! Dabei haben alle festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, sich mit einem Auge zurecht zu finden. Einige wollen jetzt auch zum Augenarzt. Und keiner lästert mehr über mein zugeklebtes Auge!

Und ich bin gespannt, ob ich beim nächsten mal beim Augenarzt schon mehr erkennen kann, vielleicht muß ich das Auge dann nicht mehr so lange zukleben?

Das Buch  „Knut in der Sehschule“ ist aktuell leider vergriffen, kann aber beim Verband der Orthoptistinnen bestellt werden. „Moritz und die Augenpflaster“ kann auf Nachfrage bei uns bestellt werden. Schreiben Sie uns eine Email mit einer gültigen Versandadresse. Die Kosten betragen 14,00 € für das Buch zzgl. 2,50 € Versandkosten.


Beidäugige Doppelbilder bei Augenbewegungsstörungen

Beidäugige Doppelbilder (= binokulare Diplopie) werden verursacht durch Fehlstellungen der Augen, durch ein Schielen (= Strabismus). Dieses kann zeitweise oder dauerhaft auftreten. Es kann tageszeitlich bedingt auftreten, z.B. morgens bei Belastung oder abends bei Müdigkeit. Sehr oft tritt es nur in bestimmten Blickrichtungen auf, z.B. immer bei Rechtsblick oder nur im Aufblick, oder aber es kann entfernungsabhängig sein. Wenn Sie diese Doppelbilder beobachten, gehen Sie sicher, dass sie verschwinden, wenn Sie sich ein Auge zuhalten, und zwar sowohl wenn Sie sich das linke als auch das rechte Auge zuhalten. Zur Diagnosestellung ist es hilfreich, wenn Sie genau beobachten, wann und wie die Doppelbilder auftreten und wann Ihnen die Störung das erste Mal aufgefallen ist. Doppelbilder müssen in jedem Falle augenärztlich – orthoptisch abgeklärt werden! Welche weitere Abklärung bei anderen Fachärzten erforderlich wird, hängt von den Befunden ab.

Finden sich Störungen in der Augenbeweglichkeit oder den übergeordneten Sehfunktionen, wird Ihr Augenarzt in Zusammenarbeit mit seiner Orthoptistin entscheiden, welche weitere Diagnostik durchgeführt werden sollte. Es ist von folgenden Untersuchungsergebnissen abhängig: Bei der Untersuchung der Augenbeweglichkeit wird vor allem geklärt werden, ob nur ein Auge Einschränkungen hat oder beide Augen. Ist die Störung nur an einem Muskel oder an mehren Augenmuskeln, sind evtl. alle Funktionen eines Hirnnerven betroffen? Oder sind evtl. mehrere Hirnnerven oder Regionen des Gehirn beteiligt? Die Entscheidung wird davon abhängen, ob „nur“ Augenbewegungsstörungen vorliegen oder auch Beeinträchtigungen der Sehschärfe oder des Gesichtsfeldes (peripheres Sehen), sowie mögliche Veränderungen an den vorderen Augenabschnitte oder / und am Augenhintergrund (Fundus). Darüber hinaus sollte der Allgemeinzustand des Patienten und vorherbestehende Erkrankungen mitberücksichtigt werden.

Aus dieser komplexen Aufzählung dürfte deutlich werden, warum eine detaillierte Auflistung, welche Ärzte aufgesucht werden müssen, nicht erfolgen kann. Es hängt individuell von den bestehenden Symptomen ab. Zu folgenden Ärzten folgen häufig Überweisungen: Hausarzt, Internist, Neurologe, Radiologe. Es ist wichtig, dass Sie die vorgeschlagenen Ärzte konsultieren, damit die Ursache der Erkrankung behandelt werden kann und um weiteren Verschlechterungen vorzubeugen.

Mögliche Ursachen für Doppelbilder können sein: Augenmuskellähmung (/en) (Parese /n) durch internistische Krankheitsbilder wie z.B. Bluthochdruck oder Diabetes. Augenmuskellähmungen verursacht durch zentrale Störungen, ausgelöst durch z.B. einen Schlaganfall oder einen raumfordernden Prozess. Augenmuskelveränderungen durch Autoimmunprozesse wie z.B. Schilddrüse. Entzündungen der Augenmuskeln. Deswegen steht die Diagnostik primär im Vordergrund – die wirkungsvollste Therapie ergibt sich oft erst aus den anderen Fachbereichen. Trotz umfangreicher Diagnostik ist es nicht in allen Fällen möglich die Ursache zu klären, für den Patienten sind aber therapiebedürftige Grunderkrankungen ausgeschlossen.

Welche augenärztlich- orthoptische- Therapie ist möglich?

  • Optimale Brille (/n), häufig sind zwei separate Brillen für den Fern- und Nahbereich sinnvoll.
  • Treten die Doppelbilder nur in einer bestimmten Blickrichtung auf, ist diese zu meiden, oder besser noch den Kopf in diese Richtung drehen (Kopfzwangshaltung).
  • Sind die Doppelbilder persistierend da, können Prismenfolien erprobt werden, der Schielwinkel kann damit oft für die Hauptblickrichtung auskorrigiert werden, d.h. der Patient ist bei Blick geradeaus doppelbildfrei – evtl. wird zusätzlich die Einnahme einer Kopfzwangshaltung erforderlich. Nicht immer klappt der erste Versuch, die Anpassung ist zeitaufwendig und erfordert sehr viel Geduld von dem Patienten und dem Untersucher. Wenn nach einer Zeit mit der Folie erneut Doppelbilder auftreten, muß unbedingt eine Kontrolle erfolgen, die Ursache liegt häufig in einer Befundänderung, häufig in einer Verbesserung, evtl. muß die Stärke der Prismenfolie geändert werden.
  • Evtl. sind für den Fern- und Nahbereich verschieden Prismen erforderlich.
  • Lassen sich die Doppelbilder prismatisch nicht beseitigen, kann das Doppelbild mit Hilfe eines Augenpflasters oder einer speziellen Folie für die Brille vermieden werden (Okklusion).
  • Ophtalmologisch- orthoptische Kontrollen sollten alle vier bis zwölf Wochen erfolgen oder bei Befundänderung.
  • Eine Befundänderung ist über einen längeren Zeitraum zu erwarten, deswegen braucht der Patient Geduld.
    Erst wenn der Befund über mindestens sechs Monate unverändert bleibt, kann über eine langfristige Therapie nachgedacht werden. Diese könnte bei erfolgreichem Prismenausgleich bis zu einem gewissen Grad in einer eingeschliffenen Prismenbrille bestehen oder aber bei einer größeren Störungen mit Hilfe einer oder mehrerer Schieloperation(en) erfolgen.
  • Wir weisen Sie hiermit ausdrücklich darauf hin, dass Auto-Fahren mit Doppelbildern vom Gesetzgeber her verboten ist.

Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte an:

Dr. med. Ludger Wollring – Augenarzt –
Dr. med. Christian Ameye – Augenarzt –
Gabriele Hoffmann – Orthoptistin –

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