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Medizinische Fachangestellte

Die Medizinische Fachangestellte

Medizinische Fachangestellte – ein bei vielen jungen Damen sehr beliebter und abwechslungsreicher Beruf –

Sie alle kennen den Beruf der Arzthelferin als einen der klassischen Frauenberufe. Seit nunmehr 10 Jahren entscheiden sich auch junge Männer zunehmend für eine Ausbildung zum Medizinischen Fachangestellten. Als qualifizierte Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter in der ärztlichen Praxis unterstützen sie Ärztinnen und Ärzte bei ihren vielfältigen Aufgaben. MFA sind z.B. in der Anmeldung und im Labor sowie bei Untersuchungen und beim Röntgen, aber auch in der Verwaltung einer Praxis tätig. Es ist ein abwechslungsreicher Beruf im Gesundheitswesen. Erlernt werden medizinische Zusammenhänge, kaufmännisches Grundwissen mit EDV und Fähigkeiten im Praxismanagement. Die Ausbildung fand bisher im dualen System, d.h. in der Arztpraxis und in der Berufsschule (meist zweimal wöchentlich) statt.

 

 

 

Auszubildende, die vor dem 1. August 2006 ihre Lehre begonnen haben, werden in ihrem Abschlusszeugnis noch die Berufsbezeichnung „Arzthelferin / Arzthelfer“ tragen. Auszubildende, die nach dem 1. August 2006 ihre Lehre begonnen haben, tragen die Berufsbezeichnung „Medizinische Fachangestellte(r)“.

  • Was hat sich geändert? Was ist gleich geblieben?
  • Der Unterricht in so genannten Lernfeldern:
  • Warum gibt es diese neue Berufsbezeichnung?
  • Kann man seine Berufsbezeichnung „Arzthelferin“ in „Medizinische Fachangestellte“ umschreiben lassen?
  • Nach welchem Tarif erfolgt die Entlohnung der Medizinische Fachangestellten?

Was hat sich geändert? Was ist gleich geblieben?

Gleich geblieben ist das so genannte „duale System“. D.h. die Auszubildenden arbeiten in der Praxis und besuchen zweimal wöchentlich eine Berufsschule. Die neue Ausbildung umfasst ebenso einen Zeitraum von 3 Jahren und man kann weiterhin mit einer schulischen Vorbildung, wie z.B. einem Abitur bereits in der Mittelstufe beginnen und somit die Ausbildungszeit um 1 Jahr verkürzen. Ebenso kann – mit gutem Notendurchschnitt (2,0) – die Abschlussprüfung um 1/2 Jahr vorgezogen werden. Beides setzt allerdings das Einverständnis des Ausbilders bzw. der Ausbilderin voraus.

Neu dagegen sind die Art der Ausbildung an den Berufsschulen, der Lehrplan und die Themen der Zwischen- und Abschlussprüfung. Der schriftliche Teil der Abschlussprüfung umfasst jetzt den Prüfungsbereich Behandlungsassistenz (früher Medizin: Fachkunde / Labortechnologie), den Prüfungsbereich Betriebsorganisation und -verwaltung (früher Praxisorganisation, Abrechnung, Textverarbeitung und Rechnungswesen) und den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde (geblieben). Wurde der/die Auszubildende bisher im praktischen Teil in 3 bis 4 verschiedenen Fächern geprüft, sieht der neue praktische Teil der Abschlussprüfung einen Praxisfall vor, an dem der Prüfling nachweisen soll, dass er:

  • Arbeitsabläufe planen
  • Betriebsabläufe organisieren
  • Verwaltungsarbeiten durchführen
  • Mittel der technischen Kommunikation nutzen
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit und Belange des Umweltschutzes berücksichtigen sowie die für die Prüfungsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe aufzuzeigen und die Vorgehensweise bei Durchführung der Prüfungsaufgabe begründen kann.
  • Darüber hinaus soll er nachweisen, dass er Erste-Hilfe-Maßnahmen am Patienten oder an der Patientin durchführen kann.

Der Unterricht in so genannten Lernfeldern

 

Seit über 100 Jahren lernen wir an allen Schulen in traditionellen Fächern. Für Berufsschulen gibt es nun ein neues didaktische Konzept, das als Lernfeldkonzept bezeichnet wird. In diesem wird der Unterricht nicht mehr in traditionellen Fächern organisiert, sondern in Form von Lernfeldern strukturiert, die wiederum aus Handlungsfeldern (Tätigkeitsfeldern) abgeleitet sind. Auf diese Weise entsteht ein fächerübergreifender Lehrplan. Schon viele andere Ausbildungsberufe lernen nach den neuen Lernfeldern, denn bereits im Mai 1996 verabschiedete die Kultusministerkonferenz die „Handreichungen für das Erarbeiten von Rahmenlehrplänen für den berufsbezogenen Unterricht in der Berufsschule.“

Im Verständnis der KMK-Konzeption wurden diese Lernfelder als didaktisch reflektierte Handlungsfelder Gestaltungsgrundlage für viele neue Rahmenlehrpläne.
Ein Lernfeld ist somit eine didaktisch-curriculare Organisationseinheit im Berufsschulunterricht. Die Lernfelder werden im Ausbildungsbetrieb auch Handlungsfelder genannt. Hier soll der Auszubildende in einer Lernsituation nach dem Modell der vollständigen Handlung (Informieren, Planen, Entscheiden, Ausführen, Kontrollieren und Bewerten) lernen. Die Lernfelder wiederum orientieren sich an realen betrieblichen Handlungssituationen.
Lernfeldkonzept bedeutet also Auflösung der Fächer und Stoffkataloge, neue Vermittlungs- und Unterrichtsformen, Individualisierung der Inhalte auf Schulebene und natürlich auch Umorientierung der Lehrer- und Schülerschaft!.
Bisher lernte die Arzthelferin Anatomie und Physiologie im Fach “ Medizinische Fachkunde“, wie man Urin untersucht und bewertet im Fach „Labortechnologie“, wie eine Patientenkartei aufgebaut ist und wie man Mahnungen schreibt im Fach „Praxisorganisation“ …. usw. Nun lernt sie in Lernfeldern fächerübergreifend Zusammenhänge erkennen und umsetzen. Definiertes Ausbildungsziel ist die berufliche Handlungsfähigkeit. Mit anderen Worten: die Ausbildung soll dem Praxisalltag und den realen Gegebenheiten angepasst werden.

Möchten Sie mehr über die neuen Lerninhalte zur Medizinischen Fachangestellten erfahren, dann klicken Sie sie die entsprechenden Lehrpläne an:
Rahmenlehrplan (pdf-Datei) Die pdf-Datei öffnet sich in einem separaten Fenster, dieses bleibt für Sie geöffnet.
Landeslehrplan (pdf-Datei) Die pdf-Datei öffnet sich in einem separaten Fenster, dieses bleibt für Sie geöffnet.

Warum gibt es diese neue Berufsbezeichnung?

Repräsentative Umfragen bei den ärztlichen Kolleginnen und Kollegen, bei den Berufsbildungsausschüssen und den Ärztekammern ergaben, dass sich die Ansprüche einer modernen Praxis an ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Laufe der letzten Jahre erheblich geändert haben. Nach wie vor wird zwar die „Allround-Fachkraft“, d.h. mit Gleichgewichtung von medizinischen und verwaltungstechnischen Kenntnissen gewünscht, aber die modernen Praxen benötigen vor allem Kenntnisse ihrer Mitarbeiterinnen in Praxismanagement und Qualitätssicherung. Viele bisherige Lehrplaninhalte entsprachen nicht mehr den aktuellen Anforderungen in einer Praxis.

So wurde z.B. Wissen vermittelt, das in keiner modernen Arztpraxis mehr Anwendung findet. Das Gesundheitswesen befindet sich gegenwärtig in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess. In den ärztlichen Praxen ist die Prävention zu einem wesentlichen Handlungsgebiet in der Medizin geworden. In dem Maße wie Vorsorge zum Behandlungskonzept wird, wird die Qualifizierung von Medizinischen Fachangestellten auf diesem Gebiet immer wichtiger, um mit entsprechend ausgebildetem Personal ein adäquates Leistungsspektrum in den Praxen anbieten zu können. Die dazu notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse, insbesondere zu Themen der Gesundheitsvorsorge, der Früherkennung von Krankheiten und der Gesundheitsförderung (u.a. gesunde Lebensweise) sind verstärkt in die neue Ausbildungsordnung aufgenommen worden. Die gewachsenen Anforderungen im Bereich der Hygiene und des Arbeitsschutzes sowie des Notfallmanagements spielen in der neuen Ausbildungsordnung ebenfalls eine wichtige Rolle.

Kann man seine Berufsbezeichnung „Arzthelferin“ in „Medizinische Fachangestellte“ umschreiben lassen?

Um es direkt zu beantworten: nein!
Die Lern- und Prüfungsinhalte beider Berufsbezeichnungen sind völlig unterschiedlich. Man kann sich auch nicht einer erneuten Prüfung unterziehen um diesen neuen Titel zu erwerben, denn das Berufsbildungsgesetz definiert das Ende einer Berufsausbildung mit dem Bestehen der Abschlussprüfung.
Anmerkung: Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) regelt in Deutschland die Berufsausbildung (Duales System), die Berufsausbildungsvorbereitung, die Fortbildung sowie die berufliche Umschulung (§ 1 Abs. 1 BBiG). Das BBiG bestimmt ferner die Voraussetzungen des Berufsausbildungsverhältnisses. Zum 1. April 2005 wurde das Berufsbildungsgesetz grundlegend reformiert.

Zwischen dem 1. August 2006 und dem Jahr 2008 werden wir eine Übergangszeit haben, in der bundesweit parallel „Arzthelferinnen“ und „Medizinische Fachangestellte“ ausgebildet werden. Diese Zeit wird auch dazu dienen eventuelle Unklarheiten abschließend zu klären.

Nach welchem Tarif erfolgt die Entlohnung der Medizinische Fachangestellten?

Es gilt nach wie vor der Gehaltstarifvertrag für Arzthelferinnen, untergliedert in alte und neue Bundesländer. Auch die Ausbildungsvergütung ist gleich geblieben. Letzte Änderung: 1. April 2016. Die Tariftabellen können Sie sich hier als gehaltstarifvertrag-mfa-2016 gehaltstarifvertrag-mfa-2016 ansehen. Die Datei öffnet sich in einem separaten Fenster, dieses bleibt für Sie geöffnet.

Bei Fragen zur neuen Ausbildung können Sie uns jederzeit eine Email schicken: Praxis@Wollring.de

Fotos: ©Esidoxia AG

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