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Makuladegeneration

Die Makuladegeneration

Augenhintergrund

Bei einer Makuladegeneration geht die zentrale Sehschärfe eines Auges ganz oder teilweise verloren. Die Makula – auch „gelber Fleck“ genannt – liegt in einem kleinen Netzhautareal in der Mitte des Augenhintergrunds (Bild 1). Dieser nur wenige Quadratmillimeter große Fleck befähigt uns zum zentralen Sehen und damit zu den wichtigsten Sehleistungen: Lesen, Erkennen von feinen Einzelheiten, Unterscheiden von Farben. Die ganze übrige Netzhaut nimmt nur Umrisse und Hell-Dunkel-Kontraste wahr. In der gesunden Makula gibt es keine Blutgefäße. Es herrscht trotzdem ein reger Stoffwechsel, dessen Abbauprodukte von der darunter liegenden Gewebsschicht, dem Pigmentepithel, entsorgt werden. Lässt diese Leistung im Alter nach, sieht man in der Mitte des Gesichtsfeldes verschwommen, verzerrt oder einen dunklen Fleck. Da nur die Netzhautmitte betroffen ist, bleibt das Gesichtsfeld zu den Seiten hin, das periphere Gesichtsfeld, erhalten. Das bedeutet, dass Sie z.B. eine Uhr sehen, die Uhrzeit jedoch möglicherweise nicht erkennen können.

 

Führt die altersabhängige Makuladegeneration zur Erblindung ?

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) führt nicht zur Erblindung. Selbst im späten Stadium, wenn die zentrale Sehschärfe verloren sein sollte, kann man im täglichen Leben mit dem Gesichtsfeld außerhalb des Zentrums einigermaßen zurechtkommen und das Leben alleine bewältigen. Allerdings kann die zentrale Sehschärfe derart gemindert sein, dass der betroffene Patient einen Anspruch auf Blindenhilfe geltend machen kann. Eine AMD kann auch von selbst zum Stillstand kommen.

Was ist die Ursache für die altersabhängige Makuladegeneration ?

Die altersabhängige Makuladegeneration tritt wegen der steigenden Lebenserwartung immer häufiger auf. Im höheren Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass es zu Störungen des zentralen Sehens kommt. Die Ursachen für die AMD sind noch nicht eindeutig geklärt. Offensichtlich spielen dabei mit dem Alter zunehmende Ablagerungen, die sich in einer Gewebeschicht unterhalb der Netzhaut im Laufe des Lebens ansammeln, sowie Stoffwechselstörungen in bestimmten Netzhautschichten eine Rolle.

Man unterscheidet zwei verschiedene Verlaufsformen: „trockene“ und „feuchte“ Makuladegeneration.

AMD

Bild 3 : Trockene Makuladegeneration

Trockene Makuladegeneration

Die „trockene“ Form wird am häufigsten beobachtet. Man erkennt zu Beginn bei den Augenhintergrunduntersuchungen u.a. kleine gelbliche Ablagerungen, sog. Drusen (Bild 3), unter der Netzhaut. Das Sehen ist allenfalls geringfügig eingeschränkt. Im sehr viel selteneren Spätstadium der trockenen Form gehen Sinneszellen zugrunde, und das zentrale Sehen verschlechtert sich erheblich.

Bild 4: Feuchte Makuladegeneration

Feuchte Makuladegeneration

Die „feuchte“ Makuladegeneration tritt bei einem geringen Teil der Patienten mit Drusen auf und ist mit einer Sehverschlechterung verbunden. Abnormale Blutgefäße wachsen dabei in den Bereich der Makula ein. Aus diesen undichten Gefäßen tritt Flüssigkeit in die Netzhaut aus, die Netzhaut schwillt an (Bild 4). Der Sehverlust kann rasch voranschreiten. Am Ende bildet sich eine umschriebene Narbe aus.

Symptome der altersabhängigen Makuladegeneration

Die angegebenen Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Manchmal wird nur ein Auge betroffen, während das andere für viele Jahre gut sieht. Mögliche Symptome:

  1. Gerade Linien erscheinen verbogen, z.B. ein Fensterrahmen („Verzerrtsehen“).
  2. Die Farben wirken blasser.
  3. Worte auf einer Schriftseite sind verschwommen.
  4. Das Zentrum des Gesichtsfeldes erscheint leer oder als grauer Fleck.

Wie wird die Makuladegeneration festgestellt ?

Veränderungen in der Netzhautmitte kann der Augenarzt schon feststellen, bevor Sie Beschwerden äußern. Um festzustellen, wie weit die AMD fortgeschritten ist, bedient sich der Augenarzt folgender Untersuchungsmethoden:

  1. Untersuchung der Makula mit einem Augenspiegel
  2. Untersuchung mit dem Amsler-Netz
  3. Farbstoffuntersuchungen (sog. Fluoreszenzangiographie): Dabei werden nach Injektion eines Farbstoffes in eine Armvene abnormale Gefäße im Augenhintergrund fotografisch dargestellt.
  4. OCT (optische Kohärenztomographie)

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es ?

Für die „trockene“ altersabhängige Makuladegeneration steht bislang keine wirksame Behandlung zur Verfügung. Vitaminpräparate können den Verlauf jedoch etwas bremsen.

Zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration wird heute die operative intravitreale Medikamenteneingabe IVOM als Mittel der Wahl eingesetzt.

Wenn alle Behandlungsversuche scheitern, stehen immer noch verschiedene Sehhilfen und andere Hilfsmittel zur Verfügung.

  1. Vergrößerungsbrillen und -lupen
  2. Bildschirmsysteme
  3. Großdruck-Ausgaben von Büchern
  4. Tonkassetten (Hörbibliothek) etc.

Bei den optischen Hilfsmitteln wird durch Vergrößerung das intakte periphere Gesichtsfeld ausgenutzt. Die Gewöhnungsphase bei solchen optischen Hilfsmitteln kann etwas länger dauern. Sie werden aber von den meisten Patienten als hilfreich empfunden. Ausgewählt und verordnet werden sie von besonders spezialisierten Augenärzten oder den Sehbehinderten-Ambulanzen großer Augenkliniken.

Zu warnen ist vor Heilmethoden, die viel versprechen und nichts halten. Akupunktur, lnfusionsbehandlungen, Gabe von Sauerstoff, Spritzen hinter das Auge und was immer auch an „Wundermitteln“ angepriesen wird, das alles hilft nur dem Anbieter und kostet Sie viel Geld. Erfolge, von denen in den Medien manchmal berichtet wird, erklären sich zum Teil dadurch, dass die Makuladegeneration von selbst zum Stillstand kommen und die Sehschärfe sich gelegentlich sogar spontan etwas bessern kann.

Stand: 3/2006

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