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Heilmittel (Generika)

Arznei- und Heilmittel / Generika


Liebe Patientinnen und Patienten,

… noch werden Sie in Deutschland ausgezeichnet medizinisch behandelt. Die Sie behandelnden Ärzte haben eine lange und gute Ausbildung erfahren und die meisten medizinischen Geräte entsprechen in Deutschland einem hohen technischen Standard. Dies alles kostet natürlich viel Geld.

Um die Qualität der medizinischen Versorgung nicht zu gefährden, überlegt sich die Bundesregierung immer neue Gesetze, die zu Einsparungen im Gesundheitswesen führen sollen. Eine Idee war die Einsparung von Kosten im Bereich der Arzneimittel.

Seit über 10 Jahren, genau dem 1. Mai 2006, ist das neue Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz in Kraft getreten. Die neuen Regelungen sind aber im Detail sehr kompliziert.

Welche Folgen hat das nun für Sie als Patient?
Sie erhalten vielleicht jetzt von Ihrem behandelnden Arzt ein anderes, preiswerteres Medikament. Dies muss nicht zwangsläufig schlechter sein!

Generika

Generika (Plural, Sing.: Generikum) bezeichnet ein Medikament, das nach Ablauf des Patentschutzes von einem anderen Hersteller hergestellt wird und somit in der Regel wesentlich billiger angeboten werden kann, da für den Zweitanmelder z.B. keine Entwicklungskosten mehr anfallen.
D.h. der Wirkstoff ist zwar identisch, nicht aber zwangsläufig die Galenik! Galenik bezeichnet die Zusammensetzung eines Medikamentes mit Hilfsstoffen, die es dann in eine bestimmte Form, z.B. Tablette oder Kapsel bringt. Ein klassisches Beispiel ist Aspirin®. Der Wirkstoff ist Acetylsalicylsäure. Andere Firmen haben dieses Präparat der ursprünglichen Firma Bayer unter eben diesem Wirkstoffnamen (Abkürzung: ASS) wesentlich preisgünstiger auf den Markt gebracht. Die Galenik ist allerdings unterschiedlich.

Die Sie behandelnden Ärzte sind nun angewiesen, möglichst viele Generika zu verschreiben um somit für die Krankenkassen Kosten zu sparen. Ihr Vorteil liegt in der Ersparnis der Zuzahlung. Die Zuzahlung beträgt in der Regel 10% des Arzneimittelpreises, mindestens aber 5,00 €, höchstens 10,00 €.

Festbeträge

Es gibt eine Vielzahl von Arzneimitteln in vergleichbarer Qualität, Wirkung und Zusammensetzung. Diese werden häufig zu unterschiedlichen Preisen auf den Markt gebracht. Deshalb haben die Krankenkassen per Gesetz den Auftrag erhalten, für viele Medikamente Höchstgrenzen festzulegen, bis zu welchen sie die Kosten übernehmen. Dies sind die sogenannten Festbeträge. Wenn der Hersteller nun aber einen höheren Preis verlangt, müssen Sie als Patient die Differenz aus der eigenen Tasche bezahlen!

Beispiel

Das Ihnen verordnete Medikament kostet 45,70 €. Der Festbetrag liegt bei 30,00 €. Die Zuzahlung beträgt also 5,00 € (10% des Arzneimittelpreises, siehe oben) zzgl. der Differenz von 15,70 €, zusammen also 20,70 €.

Für die meisten Behandlungen gibt es Arzneimittel zum Festbetragspreis. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt informieren Sie über mögliche Alternativen.

Me-too-Präparate

Einige Pharmahersteller verändern manchmal die chemische Zusammensetzung eines Medikamentes nur geringfügig, damit ein neuer Patentschutz ensteht. Solche Mittel bezeichnet man als Me-too- oder Analog-Präparate. Sie haben gegenüber den bisherigen Arzneimitteln in der Regel keinen oder nur einen geringfügigen zusätzlichen Nutzen, sind aber häufig teurer! Seit 2004 können infolge des GKV-Modernisierungsgesetz patentgeschützte Me-too-Präparate wieder in die Festbetragsregelung eingeschlossen werden; die ersten vier Festbetrags-Gruppen sind im Januar 2005 an den Start gegangen.

Wirtschaftlichkeit bei Arznei- und Heilmitteln

Ihre Ärztin und Ihr Arzt müssen viele gesetzliche Vorgaben erfüllen. Dazu gehört leider auch, möglichst preiswert zu verordnen. Das gilt für Arzneimittel genauso wie für Heilmittel, also Krankengymnastik, Massagen, Ergotherapie und Logotherapie.
Um die Versorgung aller Patienten sichern zu können, sind die Arznei- und Hilfsmittelausgaben begrenzt. Überschreitet Ihr Arzt diese Grenzen, muss er begründen, warum dies erforderlich war. Dies sind zum Beispiel Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen, Multipler Sklerose und AIDS. Diese Verordnungen fallen nicht ins Budget der Ärzte!

Trotz allem: Budgets bedeuten Einschnitte! Dies kann beispielsweise im Bereich der Heilmittel bedeuten, dass Ihr Arzt Ihnen bei leichteren Störungen Übungen oder Sport empfiehlt und keine Krankengymnastik verordnet.

Sie sind heutzutage als Patient aufgerufen, Krankheiten zu vermeiden oder Ihre Folgen zu überwinden, durch z.B.:

  • eine gesundheitsbewusste Lebensführung
  • frühe Beteiligung an Vorsorgemaßnahmen
  • aktive Mitwirkung

Die Kasse zahlt nicht mehr alles?

Das ist richtig. Seit der letzten Gesundheitsreform dürfen die Krankenkassen für Medikamente, die ohne ärztlcihes Rezept in der Apotheke gekauft werden können, die Kosten nicht mehr übernehmen.
Ausnahmen hiervon sind:

  • Kinder bis zum 12. Geburtstag erhalten nicht-verschreibungspflichtige Medikamente weiter auf Rezept.
  • Das gilt auch für Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr, die unter Entwicklungsstörungen leiden.
  • Bei der Behandlung bestimmter schwerwiegender Krankheiten wurde genau festegelegt, welche rezeptfreien Arzneimittel Ärztinnen und Ärzte ihren erwachsenen Patienten noch verordnen dürfen.

Auch so genannte Life-Style-Präparate gibt es nicht auf Kassenrezept. Dazu gehören z.B. Potenzmittel, Medikamente zur Gewichtsreduktion, zur Rauchentwöhnung oder zur Verbesserung des Haarwuchses.

Manchmal hilft auch die Veränderung der Lebensweise mehr als die beste Medizin!

Foto: Foto: ©pix4U@Fotolia

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