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Augenärztliche Artikel

Auf dieser Seite finden Sie Artikel von Dr. Ludger Wollring, Vorsitzender des Berufsverbands der Augenärzte in Nordrhein, zu verschiedenen augenärztlichen Themen.

 

 

Titel Thema
Wenn die Linse getrübt ist Grauer Star (Katarakt)
Frühe Hilfe für die Augen Sehschwäche bei Kindern
Augenschutz für Schneehasen Sonnenbrille im Winter
Gutes Sehen im Dunkeln Sehschärfe und Sehvermögen
Wenn es juckt und zwickt Trockene Augen
Das rote Auge Bindehautentzündung
Blindheit – jeder kann betroffen sein AMD – Alterskorrelierte Makuladegeneration
Dreidimensionales Sehen – eine kostbare Gabe Schielen
Blindheit vermeiden AMD – Makuladegeneration und neue Therapien
Bildschirme – schädlich für die Augen? Bildschirmbrille
Wenn das Augenlid geschwollen ist Gerstenkorn
Wenn das Licht zu hell wird Gute Sonnenbrillen
Störende Schatten Fliegende Mücken
Nicht mehr scharf sehen AMD Altersabhängige Makuladegeneration

 


Wenn die Linse getrübt ist

Das Thema heute: Grauer Star (Katarakt)

Der Graue Star, auch Katarakt genannt, ist eine Trübung der ursprünglich klaren Augenlinse. Fast alle Menschen über 65 sind von dieser Erkrankung betroffen („Altersstar“), aber auch in jüngerem Lebensalter kann sich z.B. durch Verletzungen oder Stoffwechselerkrankungen eine Linsentrübung entwickeln. Die Sehfähigkeit der vom Grauen Star Betroffenen nimmt nach und nach ab, das gesehene Bild erscheint wie durch einen Schleier, Kontraste und Farben verblassen, meist steigert sich auch die Empfindlichkeit gegenüber hellem Licht.

Durch einen für den Patienten schmerzfreien und kaum belastenden Eingriff kann der Graue Star entfernt werden. Zumeist ambulant werden in Deutschland über 600.000 Kataraktoperation pro Jahr durchgeführt. Die Operation des Grauen Stars ist damit die am häufigsten durchgeführte Operation.

Ziel der Operation ist die Wiederherstellung der Sehschärfe und die Verbesserung des Farbensehens sowie des Sehens in der Dämmerung. Zugleich kann in vielen Fällen durch diesen Eingriff eine Fehlsichtigkeit korrigiert werden, so dass anschließend keine oder nur noch eine schwache Brille erforderlich ist. Die Erfolgsaussichten bei diesem Eingriff sind sehr hoch – insbesondere wenn keine zusätzlichen Augenerkrankungen bestehen. Komplikationen sind sehr selten.

Bei der Operation wird die Linse, die hinter der Pupille liegt, durch eine künstliche Linse ersetzt. Der Zeitpunkt der Operation sollte mit dem Augenarzt besprochen werden. In der Regel wird erst dann operiert, wenn die Trübung weit fortgeschritten ist. Unter örtlicher Betäubung wird die kranke Linse entfernt und eine Intraokularlinse eingesetzt. Die heutigen Materialien sind unbegrenzt haltbar und verursachen keine Abstoßungsreaktionen.

Damit nach der Kataraktoperation möglichst keine oder nur noch eine schwache Brille erforderlich ist, wird vor dem Eingriff das Auge vermessen und die Stärke der neuen Linse bestimmt.

Auch über die Art der Linse muss vor dem Eingriff entschieden werden. Genau wie bei Brillen gibt es inzwischen auch bei den Intraokularlinsen nicht nur monofokale sondern auch multifokale Ausführungen, die wie eine Gleitsichtbrille funktionieren und Bilder für nahes und fernes Sehen produzieren. Auch spezielle Schliffe und Tönungen können die Kontrast- und Tiefenschärfe bzw. das Farbensehen bessern und die Netzhaut bzw. die Makula vor Schädigungen durch UV Licht schützen. Wie bei den Brillen werden die Mehrkosten für solche Sonderlinsen nur von wenigen Krankenversicherungen übernommen. Pro Auge kosten solche Linsen rund 600 Euro mehr.

Das Wort „Katarakt“ stammt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet Wasserfall, da man früher davon ausging, der Graue Star werde durch geronnene Flüssigkeit verursacht. Die genaue Ursache ist bis heute unklar, vermutet wird jedoch eine gestörte Nährstoff-Versorgung der Linse und der im Alter langsamer werdende Stoffwechsel. Vorbeugen kann man mit gutem Blutdruck und guten Blutzuckerwerten, und mit UV-Schutz gegen starke Sonneneinstrahlung.

 


Frühe Hilfe für die Augen

Das Thema heute: Sehschwäche bei Kindern

Das Thema heute: Sehschwäche bei KindernDas Auge ist ein Hochleistungsorgan – und doch ohne das Gehirn hilflos. Mehr als 100 Milliarden Zellen müssen kleine Buchstaben ebenso erkennen wie Häuser am Horizont und in der Dämmerung genauso etwas wahrnehmen wie im Sonnenlicht. Erst das Gehirn setzt alle diese Informationen zusammen, schaltet in Sekundenbruchteilen die Sehschärfe um und ermöglicht uns ein besseres Sehen, als jede Kamera es vermag. Doch die Mehrzahl der Deutschen braucht Hilfsmittel, um diese Optik zu erreichen und trägt Brillen oder Kontaktlinsen.

Viele Beeinträchtigungen beim Sehen entstehen in der Kindheit. Bei etwa zehn Prozent aller Kleinkinder liegen Risikofaktoren vor, die unerkannt zu einer Sehschwäche führen. Dazu gehören Fehlsichtigkeiten oder das Schielen, die oftmals bei den normalen Kinder-Vorsorgeuntersuchungen nicht erkannt werden. Wenn die Sehschwäche erst in der Schule auffällt, kann es für eine Therapie bereits zu spät sein. Denn das Gehirn konzentriert sich auf die ‚“besseren“ Bilder des sehtüchtigeren Auges. Dadurch verschlechtert sich das Sehvermögen des schwächeren Auges immer weiter, es drohen bleibende Schäden.

In den ersten beiden Lebensjahren entwickelt sich die Sehschärfe rasant. Mit sechs Monaten besitzt ein Kind 30 Prozent der späteren Sehschärfe, mit einem Jahr bereits 50 Prozent. Je früher ein Augenproblem erkannt wird, desto leichter ist deshalb die Korrektur. In den ersten drei Lebensjahren genügt es meist, nur wenige Stunden am Tag dem Kind eine Brille aufzusetzen oder das gesunde Auge abzudecken (Okklusionsbehandlung, die das schwächere Auge trainiert). Später ist dies dann oft für den Großteil des Tages nötig. Eine Heilung kann nur noch teilweise oder gar nicht mehr möglich sein.

Etwa 80 Prozent aller unserer Informationen nehmen wir über die Augen auf. Deshalb ist gutes Sehen so wichtig. Spätestens ab dem zweiten Lebensjahr sollten Eltern ihre Kinder zusätzlich zu den U-Untersuchungen beim Kinderarzt zu einer Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt anmelden. Risikokinder, deren Geschwister bereits schielen oder eine Brille tragen, oder die selbst Frühchen waren oder einen Entwicklungsrückstand aufweisen, sollten bereits im ersten Lebenshalbjahr zum Augenarzt.

 


Augenschutz für Schneehasen

Das Thema heute: Sonnenbrille im Winter

Man packt Skier, Handschuhe, Sonnencreme ein – aber auch die Sonnenbrille? Wintersportler denken oft nicht daran, ihre Augen vor dem grellen Licht im Schnee zu schützen. Dabei ist zu viel Sonne für die Augen ebenso gefährlich wie für die Haut: Hornhaut, Linse und Netzhaut können schwer geschädigt werden.
Schnee verstärkt die intensive Sonneneinstrahlung in den Bergen noch zusätzlich. 95 Prozent des Tageslichts werden von der weißen Pracht reflektiert. Das bedeutet eine hohe Belastung für die Augen, die hier einer Strahlungsintensität von bis zu 100.000 Lux statt sonst nur 10.000 Lux ausgesetzt sind. Die Oberfläche des Auges, bestehend aus Hornhaut und Bindehaut, kann dabei regelrecht verbrennen: Zellen sterben ab, darunter liegen die Nerven blank. Die Folge ist die so genannte Schneeblindheit, eine schmerzhafte Augenentzündung mit starker Lichtempfindlichkeit und übermäßigem Tränenfluss, die sogar zum kurzfristigen Sehverlust führen kann.

Bei ersten Anzeichen sollte man unverzüglich zum Augenarzt gehen. Wird die Schneeblindheit schnell behandelt, ist sie nach wenigen Tagen folgenlos überstanden. Durch die Sonne drohen aber auch Langzeitschäden. UV-Strahlen erhöhen das Risiko, am Grauen Star zu erkranken oder irreversible Netzhautschäden davonzutragen (Makula-Degeneration).

Schon wegen des Windschutzes sollte die Brille die Augen auch zu den Seiten abdecken. Die Farbe der Tönung kann nach Geschmack gewählt werden. Vorsicht jedoch: eine blaue Tönung mag zwar modisch sein, erschwert aber die Wahrnehmung der Buckel auf der Piste. Weniger als 80% Lichtabsorption sollte der Tönungsgrad nicht aufweisen. Qualitätsmerkmale sind das CE-Zeichen und das Zeichen „UV-400“. Vorsicht bei Medikamenten: Antibiotika etwa erhöhen die Empfindlichkeit für Lichtschäden. In den Bergen brauchen auch Kinder unbedingt eine Sonnenbrille.

 


Gutes Sehen im Dunkeln

Das Thema heute: Sehschärfe und Sehvermögen

Das menschliche Auge hat im Dunkeln schlechte Karten. Denn ohne ausreichendes Licht erreicht es nur einen Bruchteil der normalen Tages-Sehschärfe. Gerade im Winter, wenn es bereits nachmittags dunkel ist und häufig noch Regen die Sicht zusätzlich erschwert, fahren viele Menschen nicht gern Auto, weil sie merken, dass sie wenig sehen. Im Straßenverkehr ist gutes Sehen aber lebenswichtig.

Ein einfacher Sehtest reicht indes nicht, um die vorhandene Leistung des Auges zu klären. Vielmehr muss nicht nur die Seh-Schärfe, sondern das gesamte Sehvermögen untersucht werden. Denn das Auge wäre nichts ohne das Gehirn: Das Gehirn setzt die Informationen zusammen, die das Auge liefert. Allerdings setzt das Gehirn auch Bilder zusammen, die das Auge nur unvollständig liefert.

Sichtfeld-Ausfälle etwa durch unbemerkte Augenkrankheiten kann das Gehirn eine Zeit lang kompensieren. Es ersetzt die Lücke im unvollständigen Bild des Auges aus der Erinnerung. Das bedeutet aber, dass ein Autofahrer unter Umständen etwas ganz anderes sieht als tatsächlich da ist. Augenkrankheiten, die das Sichtfeld einschränken, sind etwa der Grüne Star oder die Makula-Degeneration. Oft treten sie unbemerkt auf und verschlimmern sich, ohne Schmerzen zu bereiten.

Um sicher zu gehen, wie viel das Auge noch leisten kann, prüft der Augenarzt nicht nur, welche Buchstabengröße man noch lesen kann. Zum Sehvermögen gehört auch das räumliche Sehen, das Farbensehen, das Kontrastunterscheidungsvermögen, eine gute Sehschärfe auch bei Gegenlicht sowie die Zusammenarbeit beider Augen. Diese Vorsorgeuntersuchungen werden zwar von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt, sind aber sehr sinnvoll. Die Kosten hierfür (zwischen 15 und 60 Euro) sind eine gute Investition in Lebensqualität und Verkehrssicherheit.

 


Wenn es juckt und zwickt

Das Thema heute: Trockene Augen

Jucken Ihre Augen? Brennen sie, sind gerötet, lichtempfindlich oder tränen oft? Dann haben Sie trockene Augen, ein zunehmendes Problem, das nichts mit Sehschwäche zu tun hat, unter dem aber etwa jeder Zweite leidet. Die Ursachen können vielfältig sein. Das Auge wird durch trockene Luft, Zigarettenrauch, durch Zugluft, Klimaanlagen, Ozon und Abgase beeinträchtigt, dazu kommt noch die so genannte „Blickpunkt-Monotonie“: Wer häufig lang dauernd auf einen Punkt schaut wie etwa bei der Computerarbeit, beim Fernsehen oder auch beim Autofahren, tut seinen Augen nichts Gutes.

Der Tränenfilm besteht nicht nur aus Wasser, sondern aus drei Schichten, unter anderem aus einer Fettschicht, die von Drüsen an den Lidrändern produziert wird. Der Tränenfilm sorgt für eine geschmeidige und glatte Augenoberfläche und damit für gutes Sehen. Zudem schützt er vor Infektionen. Dieser Tränenfilm kann durch Umwelteinflüsse, durch Nebenwirkungen verschiedener Medikamente oder in Verbindung mit anderen Krankheiten wie Rheuma oder Diabetes aus dem Gleichgewicht geraten.

Auch ein verstärkter Tränenfluss kann ein Anzeichen für trockene Augen sein. Wenn nämlich etwa aufgrund einer Entzündung im Tränenfilm die Fettproduktion zurückgeht, wird mehr und oft auch zuviel Flüssigkeit produziert – die Augen beginnen zu tränen.

Weil mit zunehmendem Alter oft auch die Tränenproduktion nachlässt, sind viele ältere Menschen und – wegen der hormonellen Umstellung nach den Wechseljahren – vor allem Frauen betroffen. Bei starken Beschwerden sollten Sie einen Augenarzt konsultieren. Regelmäßiges Blinzeln und zwinkern ist notwendig für die Befeuchtung des Auges. Häufigere Blick- und Haltungswechsel sorgen für Bewegung im Auge, ein regelmäßiger Lidschlag für einen frischen Tränenfilm.

 


Das rote Auge

Das Thema heute: Bindehautentzündung

Die Bindehautentzündung, in der Fachsprache Konjunktivitis genannt, ist die häufigste Augenerkrankung. Vor allem Säuglinge und Kleinkinder leiden oft darunter, meist in Zusammenhang mit Erkältungen. Doch Eltern oder Erkrankte sollten die geröteten Augen nicht selbst behandeln, sondern immer einen Augenarzt aufsuchen. Die gleichen Symptome können sich nämlich auch bei anderen Augenerkrankungen zeigen, etwa bei einem Glaukom-Anfall (einer plötzlichen Steigerung des Augendrucks) oder bei einem Fremdkörper im Auge. Ausgelöst wird eine Bindehautentzündung meist durch Bakterien oder Viren. Aber auch Allergien oder ein trockenes Auge etwa nach langer Arbeit vor dem Computer können eine Ursache sein. Das Auge ist gerötet, brennt, juckt, ist lichtempfindlich, morgens oft verklebt oder von gelblichem Sekret gefüllt.

Sehr ansteckend sind Bindehautentzündungen, die in Zusammenhang mit grippalen Infekten entstehen und durch Viren verursacht werden. Auch Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln oder Windpocken können eine begleitende Konjunktivitis zur Folge haben. In diesem Fall sollten sich alle Kontaktpersonen stets gründlich die Hände waschen und getrennte Waschlappen und Handtücher benutzen. Kinder dürfen dann nicht in die Schule oder in den Kindergarten. Doch diese virale Bindehautentzündung heilt meist schnell. Entzündungshemmende Augentropfen oder Salben können den Juckreiz und die Schwellung lindern. Antibiotika sind nicht unbedingt nötig. Die Medikamente sollten nur für den augenärztlich untersuchten Patienten verwendet werden und auch nur für die aktuelle Behandlungsdauer. Vorsicht bei Heilkräutern, sie können unangenehme Nebenwirkungen haben. Dringend abzuraten ist auch von Umschlägen mit Kamille, da sie Allergien auslösen können. Spülen lässt sich ein eitriges Auge am besten mit lauwarmem, abgekochtem Wasser, trockentupfen sollte man dann mit Kosmetiktüchern.

 


Blindheit -jeder kann betroffen sein

Das Thema heute: AMD – Alterskorrelierte Makuladegeneration

Mit dem Amsler-Gitter-Test kann man bequem und einfach das Sehvermögen testen.

Sie ist eine der gefährlichsten Augenerkrankungen und die häufigste Ursache für Sehverlust bei älteren Menschen. Weil sie nahezu unheilbar ist, ist die Früherkennung besonders wichtig. Doch ihr Name ist vielen unbekannt: Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) zerstört einen unserer wichtigsten Sinne: das Sehen.

Die Makula (wörtlich „gelber Fleck“) ist die Mitte der Netzhaut. Sie enthält die wichtigsten Sinneszellen, durch sie können wir scharf sehen. Mit zunehmendem Alter bilden sich jedoch oft Ablagerungen oder Wúcherungen, weil der Abbau von Stoffwechselprodukten in der Netzhaut nicht mehr reibungslos funktioniert. So kann es zum Absterben von Sehzellen kommen. Betroffene bemerken die Erkrankung oft erst, wenn das Sehvermögen bereits unwiederbringlich geschädigt ist. Ihnen fällt das Lesen schwer und das Erkennen von Gesichtern. Im schlimmsten Fall kommt es zur völligen Erblindung im Bereich des scharfen Sehens – eine starke Einschränkung der Lebensqualität, auch wenn eine Orientierung im Raum meist weiterhin möglich ist.

Ein bis zwei Millionen Menschen leiden in Deutschland an der altersabhängigen Makuladegeneration. Es gibt sie in zwei Formen: 85 Prozent der Betroffenen leiden an der trockenen Form. Sie schreitet zwar nur langsam fort, ist aber bislang unheilbar. Betroffene können sich nur mit vergrößernden Sehhilfen wie Leselupen behelfen.

Die feuchte Form der AMD kann sehr schnell fortschreiten. Hier wachsen krankhaft veränderte Blutgefäße in den Bereich der Netzhautmitte, aus denen Blut und Flüssigkeit austreten.

Nur bei jedem 5. Patienten kann die Sehschärfe mit einer Laserbehandlung, der Photodynamischen Therapie oder der Eingabe von Medikamenten in das Augeninnere stabilisiert werden. Diese Behandlungen sind sehr aufwendig, sehr teuer und nicht ohne Risiko. All diesen Therapien gemeinsam ist, dass sie den Krankheitsverlauf verlangsamen, bestenfalls können sie ihn stoppen. Eine Besserung des Sehvermögens ist eine sehr seltene Ausnahme.

Der beste Schutz ist deshalb die Vorsorge. Ab einem Alter von 50 Jahren empfiehlt sich eine AMD-Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt – mindestens alle zwei Jahre.

 


Dreidimensionales Sehen – eine kostbare Gabe

Das Thema heute: Schielen

Zwei bis vier Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Fehlstellung der Augen, die Strabismus genannt wird: Schielen. Es gibt verschiedene Formen und Schweregrade dieser Fehlstellung, doch für alle gilt: Schielen ist keineswegs nur ein ästhetisches Problem, denn durch Schielen kann die Sehkraft dauerhaft beeinträchtigt werden. Grund: Beim normalen Sehen fixieren beide Augen die gleiche Stelle. Das Gehirn erhält zwei leicht unterschiedliche Bilder, die es zu einem verschmelzen kann. So entsteht das räumliche, dreidimensionale Sehen. Beim Schielen trifft eine Sehachse nicht auf das fixierte Objekt. Dadurch werden zwei deutlich voneinander abweichende Bilder ans Gehirn gesendet, es entstehen Doppelbilder. Betroffene konzentrieren sich deshalb auf das gesunde Auge, Kinder können das schielende Auge regelrecht ausschalten. Die Folge ist fatal: Das schielende Auge wird sehschwach.

Besonders bei Kindern sollte eine Fehlstellung eines oder beider Augen deshalb rasch behandelt werden. Je früher ein Strabismus erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Weil das Sehvermögen sich vor allem in den ersten beiden Lebensjahren herausbildet, sinken die Erfolgschancen einer Behandlung schon bei Dreijährigen erheblich. Ab dem Schulalter ist es oft nicht mehr möglich, eine normale Sehkraft wieder herzustellen. Eltern sollten deshalb parallel zur Vorsorgeuntersuchung U7 mit ihrem Kind auch einen Augenarzt aufzusuchen.

Je nach Schweregrad der Fehlstellung kann eine Brille nötig sein, ein Augenpflaster oder eine Operation. Oft ist auch eine Kombination nötig, denn zum einen muss die Sehschwäche behandelt werden, zum anderen die Fehlstellungsursache. Wichtig für den Erfolg der Therapie ist eine gute Mitarbeit des Patienten.

 


Blindheit vermeiden

Das Thema heute: AMD – Makuladegeneration und neue Therapien

Die altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) ist eine Volkskrankheit mit Schattendasein. AMD ist bei uns die häufigste Ursache für eine Erblindung im Alter. Mehr als vier Millionen Bundesbürger leiden unter dieser Erkrankung, die Mehrheit (85%) davon unter der langsamer voranschreitenden trockenen Form, 15% an der feuchten Makula-Degeneration, die nicht nur rascher sondern oft auch aggressiver verläuft.

Die Makula (gelber Fleck) liegt in der Mitte der Netzhaut des Auges und enthält die Stelle des schärfsten Sehens. Ablagerungen von Stoffwechselprodukten, das Absterben von Sinneszellen und – bei der feuchten Form – das Wachstum abnormer Blutgefäße aus der unter der Netzhaut gelegenen Aderhaut führen zu Flüssigkeitsansammlungen in der Makula. Hierdurch verschlechtert sich das Sehen in der Mitte des Gesichtsfeldes. Wo immer man hinblickt, sieht man in der Mitte einen mehr oder weniger ausgeprägten grauen Fleck. Dies kann bis zur Erblindung führen. Das Sehen im äußeren Bereich des Blickfeldes bleibt jedoch erhalten.

Während es für die trockene Makula-Degeneration bisher noch keine Therapiemöglichkeit gibt, stehen zur Behandlung der feuchten Makula-Degeneration seit Anfang 2007 Medikamente zur Verfügung, die das schädliche Wuchern von Blutgefäßen hemmen. Diese werden unter sterilen Bedingungen im Operationssaal in das Augeninnere, den Glaskörper, eingebracht.

Gesundheitspolitisch und rechtlich brisant: während der für die Behandlung zugelassene Wirkstoff „Ranibizumab“ mit ca. 1.500,- Euro für eine monatliche Dosis zu Buche schlägt, kostet das Medikament mit dem Wirkstoff „Bevacizumab“ für den gleichen Anwendungszeitraum lediglich ca. 80,- Euro. Zwischen Kassen und Pharmaherstellern wird heiß diskutiert um den so genannten „off-label-use“ (Anwendung außerhalb der zugelassenen Indikation) und überall im Lande kommt man zu unterschiedlichen Ergebnissen und Vereinbarungen bezüglich der Behandlung. Fest steht, zwischen beiden Wirkstoffen ist bisher medizinisch gesehen kein Unterschied festzustellen.

Viel wichtiger als diese Diskussion ist gerade bei der AMD die Früherkennung: Menschen über 60 sollten einmal jährlich zum Augenarzt gehen. Raucher, Hypertoniker, Diabetiker, Übergewichtige und Menschen mit AMD in der Familie sogar schon früher. Da AMD keine Schmerzen verursacht, wird sie leicht zu spät erkannt.

In bestimmten Fällen kann eine sog. Hypervitamintherapie (auf Basis der sog. Areds-Studie) vorbeugenden Schutz geben. Ihre Augenärztin und ihr Augenarzt werden Sie hierzu beraten.

 


Bildschirme – schädlich für die Augen?

Das Thema heute: Bildschirmbrille

Arbeit am Bildschirm ist nicht nur für den Rücken anstrengend, sondern auch für die Augen. Vor allem bei Menschen über 40 Jahren lässt die Sehkraft im Nahbereich spürbar nach. Ideal für die tägliche Arbeit am Computer sind Brillen, die genau auf den Abstand zur Schreibtischarbeit und zum Bildschirm abgestimmt sind.

Je nach den individuellen Bedürfnissen, der Art der Brillengestelle und der Stärke des erforderlichen Ausgleichs der Einschränkung der Akkommodation optimiert man die Brille für den gewünschten Zweck: bei einer „Computerbrille“ für den Abstand von ca. 40 cm bis 90 cm – ggf. auch bis „Gesprächsentfernung“ in ca. 2 m oder darüber hinaus.

Bildschirmbrillen funktionieren ähnlich wie Gleitsichtbrillen. Der breite mittlere Sehbereich ist für den Blick auf den Bildschirm gedacht, der untere Teil für den Blick auf die Tastatur bzw. auf Papiertexte. Herkömmliche Gleitsichtbrillen nutzen dagegen für den wichtigen Bildschirmabstand nur einen schmalen Bereich des Glases und sind für längeren Gebrauch am Bildschirm auch wegen der oft zu anstrengenden Kopfhaltung nicht so gut geeignet.

Jeder, der einen nicht unwesentlichen Teil seiner Arbeit am Computer verbringt, sollte regelmäßig eine fachkundige Untersuchung der Augen und der eventuell bereits vorhandenen Sehhilfen vornehmen lassen. Die Kosten hierfür trägt gemäß der Bildschirmarbeitsverordnung der Arbeitgeber. Führt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass eine Bildschirmbrille für die berufliche Tätigkeit notwendig ist, muss der Arbeitgeber diese zur Verfügung stellen. Rechtsgrundlage hierfür ist die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (Anhang, Teil 4, Abs. 2, Punkt 1). Zudem ist Voraussetzung, dass die Sehschwäche vom Augenarzt bestätigt wurde und normale Sehhilfen nicht ausreichend sind. Vor einer Anschaffung sollte man sich deshalb mit dem Arbeitgeber und/oder dem Betriebsrat in Verbindung setzen. Individuelle Wünsche bei Gläsern (sie sollten entspiegelt und nicht getönt sein) oder Fassungen sind allerdings selbst zu bezahlen.

Der Brillentyp sollte sich nach dem Arbeitsalltag richten: Eine Einstärken- bzw. Monofokalbrille reicht für Jüngere und für die meisten Tätigkeiten völlig aus. Ab dem 40. und wenn zugleich Computerarbeit und Publikumsverkehr bewältig werden soll, empfiehlt es sich zu Mehrstärkenbrillen beraten zu lassen. Diese sind im oberen Teil für die Ferne und unten für den Nahbereich ausgelegt. Es gibt diese als Zweistärken- bzw. Bifokalbrillen, Dreistärken- bzw. Trifokalbrillen oder Mehrstärken- bzw. Gleitsichtbrillen. Letztere gibt es in vielen Varianten, eine davon ist die Bildschirmbrille.

Augenarzt und Optiker kennen sich aus. Manchmal reicht auch eine reine Nahbrille für die Arbeit am Bildschirm. Tipp: An die Form und Festigkeit der Bügel denken, wenn man Bildschirmbrillen beim Aufstehen oft abnehmen muss.

 


Wenn das Augenlid geschwollen ist

Das Thema heute: Gerstenkorn

Sein wissenschaftlicher Name „Hordeolum“ bedeutet Gerste, aber das Gerstenkorn hat außer seines körnigen, knotigen Aussehens nichts mit Getreide zu tun. Gerstenkörner entstehen durch bakterielle Infektionen. Die Entzündung kann zu einem äußeren Gerstenkorn oder zu einem inneren Gerstenkorn führen. Zu erkennen ist ein Gerstenkorn an einer Schwellung am Augenlid, die sich rötet und druckempfindlich ist. Die entzündete Talgdrüse kann vereitern. Auch wenn viele Gerstenkörner innerhalb kurzer Zeit von selbst abheilen, sollte ein Augenarzt zu Rate gezogen werden. Denn der Eiter kann verhärten, dann ist eventuell ein Schnitt mit dem Skalpell nötig. Behandelt werden Gerstenkörner mit Augensalbe oder Augentropfen, die meist ein Antibiotikum enthalten. Wichtig: Solche Medikamente sind nur wenige Wochen haltbar und sollten nach dem akuten Einsatz nicht wieder verwendet werden. Hilfreich ist trockene Wärme wie Rotlicht. Feuchte Wärme vermeiden, sonst breiten sich die Bakterien aus. Ebenfalls tabu: Reiben oder Drücken am Gerstenkorn. Treten Gerstenkörner häufiger auf, kann eine Grunderkrankung die Ursache sein, zum Beispiel Diabetes oder ein geschwächtes Immunsystem.

 


Wenn das Licht zu hell wird

Das Thema heute: Gute Sonnenbrillen

Sie ist cool, modisch, schick und im Sommer ein so genanntes „Must“: Eine Sonnenbrille muss sein. Doch viele interessieren sich eher für Optik und Design als für die Qualität der Gläser. Denn ob die Brille gut für die Augen ist, sieht man nicht auf den ersten Blick. Grundsätzlich müssen Sonnenbrillen nicht einfach vor Sonnenlicht schützen, sondern speziell vor der ultravioletten Strahlung (UV-Licht). UV-Strahlung kann bei längerer Einwirkung zu Entzündungen der Bindehaut wie auch der Hornhaut führen. Der UV-Schutz ist nicht gleich Tönung – eine dunkle Brille muss nicht besser schützen. Im Gegenteil: Dunkle Gläser, die das unsichtbare UV-Licht nicht filtern, schaden den Augen, denn unter dem getönten Glas öffnen sich die Pupillen, so dass mehr statt weniger Strahlung auf das Auge trifft. Gute Brillen mit hochwertigen Gläsern sind z.B. an der Bezeichnung „UV 400“ zu erkennen: Der Wert gibt an, welche Wellenlängen durch das Glas abgeblockt werden. Für den Gebrauch hierzulande ist der Wert in der Regel ausreichend. Für den Aufenthalt im Schnee oder am Strand kann ein höherer Wert nötig sein.. Für die Tönung bzw. Absorption gilt: in Mitteleuropa reichen Absorptionswerte zwischen 50 und 75 Prozent aus, d.h. 50 bis 75 Prozent des einfallenden Lichtes wird zurückgehalten. Das CE-Kennzeichen dagegen garantiert nur ein Minimum an Qualität. Ohne dieses Zeichen dürfen Brillen in Europa nicht verkauft werden. Es ist aber kein Gütesiegel für UV-Schutz. Deshalb sollte man sich vom Augenarzt oder Optiker beraten lassen. Vor allem Kinder sollten im Sommerurlaub am Strand vor Sonnenstrahlung geschützt werden. Wenn sie nicht gerne Sonnenbrillen tragen, hilft ein Sonnenhut mit breiter Krempe. Ist das Auge der Sonnenstrahlung ungeschützt ausgesetzt, kann das bei langjähriger Belastung schlimmstenfalls zum Grauen Star führen.

 


Störende Schatten

Das Thema heute: Fliegende Mücken

Fliegende Mücken – mouches volantes im Glaskörper

Viele Namen gibt es für das Phänomen, wenn Menschen kleine Fussel in ihrem Blickfeld sehen, so als wäre eine Fluse auf dem Objektiv einer Kamera. „Wandernder Fleck“, schwarze Punkte, am schönsten ist aber „mouches volantes“, zu deutsch „fliegende Mücken“. Mediziner sprechen von einer Glaskörpertrübung. Das heißt: Der Glaskörper, der das Auge ausfüllt, besteht aus einer klaren, geleeartigen Masse. Dieser Glaskörper bildet sich im Laufe des Lebens allmählich zurück (altersbedingte Degeneration). Feine Kollagenfasern können sich bei diesem Prozess zusammenkringeln, und das sieht man dann als kleine Flusen oder Pünktchen im Blickfeld. Weil der „Fussel“ die Bewegung der Augen mitmacht, entstand die Bezeichnung „wandernder“ Fleck oder eben „fliegende“ Mücken. Sichtbar werden diese Flecken meist vor einem hellen, einfarbigen Hintergrund, wenn man etwa auf eine erleuchtete Wand schaut, liest oder in den blauen Himmel guckt. Das ist möglicherweise lästig, aber in der Regel ungefährlich. Behandelt werden muss es bei harmlosem Auftreten nicht. Trotzdem sollten Betroffene einen Augenarzt aufsuchen, denn manchmal kann ein wandernder Fleck auch Zeichen einer krankhaften Veränderung im Auge sein, etwa einer Blutung oder einer schwereren Schädigung der Netzhaut. Vor allem wenn fliegende Mücken sich plötzlich zu einem regelrechten Schwarm vergrößern oder wenn Lichtblitze im Auge zu sehen sind, sollte man rasch zum Arzt gehen, denn das sind Warnzeichen für eine drohende Netzhautablösung.

Ein einzelner wandernder Fleck ist aber kein Grund zur Beunruhigung. Wer ihm möglichst wenig Beachtung schenkt, fühlt sich meist auch weniger beeinträchtigt. Zudem werden die Flecken mit steigendem Alter schwächer, weil der Glaskörper sich insgesamt von der hinteren Augapfelwand löst und sich damit auch die Trübungen weiter von der Netzhaut entfernen.

 


Nicht mehr scharf sehen

AMD Altersabhängige Makuladegeneration

Sie können eine Uhr sehen, aber nicht die Uhrzeit. Sie können Gesichter nicht mehr erkennen, kein Buch mehr lesen und keine Farben mehr unterscheiden: 4,5 Millionen Menschen in Deutschland sind von der Altersabhängigen Makula-Degeneration, kurz AMD, betroffen. Eine gefürchtete Augenkrankheit, die bislang nicht geheilt werden kann.
Die Makula ist die Stelle im Auge, die für das scharfe Sehen zuständig ist. Die so genannte trockene Form der AMD beginnt im Frühstadium mit kleinen gelblichen Ablagerungen unter der Netzhaut (Drusen), wovon man kaum etwas merkt. Die Krankheit verläuft langsam, doch langfristig gehen bei der trockenen AMD die Zellen zugrunde. Die seltenere feuchte Makuladegeneration entwickelt sich aus der trockenen, hier wuchert zusätzlich Gewebe unter der Netzhaut. Für die feuchte Form gibt es Behandlungsmöglichkeiten mit Injektionen oder Lasertherapie, doch in der Regel kann der Verlauf damit nur verlangsamt, allenfalls gestoppt werden. Die Injektionen sind zudem teuer und müssen in vielen Fällen monatlich erfolgen, um Rückschritte zu vermeiden. Derzeit wird jedoch an weiteren Therapien geforscht. So könnte ein schwächer werdendes Enzym im Stoffwechsel des Auges der Grund dafür sein, dass genetische Abfallprodukte aus der DNA nicht mehr ausreichend entfernt werden und deshalb Ablagerungen entstehen. Die beste Vorbeugung: Nicht rauchen, die Augen vor starkem Sonnenlicht schützen, gesund essen und regelmäßig zur Augenuntersuchung gehen. Auch können optische Hilfsmittel verordnet werden. Vitaminpräparate sollten aber nur in Absprache mit dem Augenarzt eingenommen werden, da hier eine individuelle und ausgewogene sehr hohe Dosierung nötig ist.

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